Mittwoch, 25. September 2019

4: und letzte Tag: Deichtorhallen und Heimreise

Heute regnet es leider. Es ist Abreisetag: wir müssen um 13h zum Flughafen aufbrechen. Die Jugend nützt den Vormittag noch zum Einkaufen. Wir besuchen die Deichtorhallen, die anlässlich ihres 30jährigen Jubiläums die Ausstellung "Die jungen Jahre der alten Meister" den Malern Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer widmen.

Georg Baselitz, geb. 1938 in Deutschbaselitz, Sachsen. Sein eigentlicher Name ist Hans-Georg Kern. Er wurde in den 1970er Jahren mit figurativen, expressiven Gemälden bekannt. Das Thema Zerstörung kehrt in seinen Arbeiten immer wieder: Er will mit seiner Malerei Ordnungen und Konventionen der Wahrnehmung zerstören. Seit 1969 malt er seine Motive auf dem Kopf, was seine Werke unverkennbar macht und ihm zum Druchbruch verhalf.  




                     

Gerhard Richter, geb. 1932 in Dresden, war 1971 bis 1993 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Er hat seine Kunst immer wieder innovativ vorangetrieben und die Möglichkeiten der Malerei neu ausgelotet; Brüche durchziehen sein Werk bis heute. Seine Arbeiten zählen am Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers.






Sigmar Polke, geb. 1941 in Oels, Niederschlesien starb 2010 in Köln. 1963 gründete er zusammen mit Gerhard Richter und Konrad Lueg den Kunststil Kapitalistischer Realismus, der dem postmodernen Realismus zuzuordnen ist; er verwendet Pop Art Ausdruckweisen und ironische Elemente in seiner Malerei. Er war Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.







Anselm Kiefer, geb. 1945 in Donaueschingen ist ein deutsch-österreichischer Maler und Bildhauer, der zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg zählt. Er ist ein Schüler von Joseph Beuys und teilt mit ihm die Vorliebe für scheinbar wertlose und verachtete Materialien wie Asche und Blei. Seine Karriere begann mit einem Skandal, als er mit der fotographischen Dokumentation einer Performance in mehreren europäischen Städten mit dem Hitlergruß auftrat.





Nach einem ruhigen Flug, aber Staus am Heimweg vom Flughafen, waren ir um 18h daheim.
Damit ging ein sehr schöner, von Judith&Taher bis hin zum Wetter bestens durchorganisierter Familienurlaub zu Ende.

Dienstag, 24. September 2019

3. Tag Nachmittags Mittagessen im Ti Breizh - St. Pauli Tour - Lichterfahrt am Hafen

Um 12h treffen wir einander im Ti Breizh, Haus der Bretagne, Deichstraße 39, wo wir auf der Pontonbrücke herrliche Galettes und Crêpes genießen









Lunch auf der Pontonbrücke der Nikolaifleet



Die St.Pauli Free Walking Tour beginnt am Hafen. Wir fahren mit einem Boot von den St. Pauli Landungsbrücken zum Altona Fischmarkt bzw. Fischauktionshalle, wo seit 1703 die Fischer ihre Waren auch sonntags bis zum Beginn des Gottesdienstes anbieten dürfen. Die lang gestreckte gründerzeitliche Halle direkt an der Elbe wurde 1895 erbaut. (Altona 7. Bezirk Hamburgs war bis 1938 eine selbständige Stadt). Die Auktionshalle liegt am tiefsten Punkt Hamburgs. Der Tidenhub beträgt 7m. 



Im Hafen liegt ein sowjetisches U-Boot als Museum



Blick auf die Elbphilharmonie



Auf zur Reeperbahn - für uns die enttäuschendste Attraktion Hamburgs
                                  

                   

Olivia Jones, die bekannteste Transvestit-Küntler(in) Deutschlands hat mehrere Etablissements hier

                           


Auch Gottes Segen darf nicht fehlen: Die Sankt Josefs Kirche, eine Gründung der Katholischen Gemeinde Altona aus dem Jahre 1594. Nach schweren Schäden durch Luftangriffe 1944 wurde sie 1953 wieder aufgebaut
      

Hans Albers mit unserer Tour Guide Lulu



Die berühmte Herbertstraße mit Zugang nur für Männer 18+ wurde 1797 zur Ausstellung der Damen in Schaufenstern angelegt und in der NS-Zeit an den Enden mit Sperrtoren versehen. Heute arbeiten hier 200 Frauen, denen die Bordelle selbst gehören. Hier arbeitete lange Zeit Domenica 



Und die Davidwache, die kleinste, aber aktivste Polizeiwache Deutschlands; das Gebäude schuf Fritz Schumacher 1913/14

Gleich neben der Davidwache: das St.-Pauli-Theater, das älteste Theatergebäude Hamburgs. Der Zuschauerraum aus 1841 des damaligen Urania-Theaters ist noch erhalten. Nach längerer Spielpause eröffnete es wieder 1970 mit dem Musical „Der Junge von St. Pauli" mit Freddy Quinn und hatte mit Marika Rökk, Heidi Kabel und Willi Millowitsch eine gute Phase. Mit dem Abstieg der Reeperbahn ging es auch mit dem Theater bergab. Erst durch erfolgreiche Produktionen wie die „Dreigroschenoper" konnte sich das Theater wieder zu einer Volksbühne entwickeln


Nach einer kurzen Siesta ging‘s am Abend noch auf eine Lichterfahrt in die Speicherstadt und den Hafen mit beeindruckenden Bildern der Container-Ozeanriesen: einer über 300m lang, der rund 15.000 Container transportieren kann.

















3. Tag Vormittags: Shopping und Bildende Kunst

Judith, Taher und die Girls gehen nach dem Frühstück Richtung Rathausmarkt in die Shopping-Meile. Resi und ich wollen uns in den Deichtorhallen ‚Die jungen Jahre der Alten Meister’ (Baselitz, Richter, Polke und Kiefer) ansehen. Lernen aber am Weg dorthin, dass die Museen bzw. Galerien erst um 11h öffnen. Da um 12h in der Deichstraße schon für das Mittagessen reserviert ist, besichtigen wir unweit vom Afrikahaus, das wir gestern im Rahmen der Führung sahen, das Kontorhausviertel: Nach der Choleraepidemie 1892 wurden die alten Fachwerkhäuser des heruntergekommenen Gängeviertels abgerissen und stattdessen nach Plänen von Fritz Schumacher um den Buchardplatz als Zentrum in den 1920er Jahren ein Gebäudekomplex in Klinkerarchitektur errichtet, der zu einem Wahrzeichen Hamburgs wurde.
Das Chilehaus bildet das Herz des Kontorviertels, wurde von Fritz Höger 1922 entworfen und bildet das Hauptwerk des Expressionismus in der Architektur. (Der Name rührt daher, dass der Bauherr, Henry Brarens Sloman, Salpeter aus Chile importierte)





Geht man durch das Chilehaus durch, kommt man auf den Burchardplatz, das Zentrum den Kontorhausviertels, dort steht rechts der Sprinkenhof, das größte Gebäude im Kontorhausviertel, das zwischen 1927 und 1943 entstand.






In Richtung Rathaus am Rande des Kontorhausviertels erreicht man die St.-Jakobi-Kirche. Sie entstand 1355, wurde teilweise zerstört und immer wieder umgebaut. Besonders sehenswert ist ARP-Schnitger-Orgel (1689-93), die größte erhaltene Barockorgel Norddeutschlands.







Anschließend wandern wir zum Rathausmarkt und in die Europa Passage, wo Judith‘s Familie fleißig shopped, von dort geht‘s weiter zum Lunch in die Deichstraße